2014

2014

  • 07.11.14 bis 30.11.14

    Vernissage am 07.11.14 um 17.00 Uhr, im Anschluss Museumsnacht bis 24.00 Uhr
    Begrüßung: Marita Mattheck, Vors. des Kunstvereins
    Marcus Schaile, Bürgermeister der Stadt Germersheim
    Einführung: Simone Maria Dietz, M.A., Karlsruhe
    Musik: Maike Mohr, Piano und Hendrik Mumm, Bass

    KunstCafé und Finissage am 30.11.14 von 15.00 bis 19.00 Uhr
    Künstlergespräche  | Kaffee und Kuchen

    Mit Arbeiten von Andrea Behn (Herdecke), Barbara Jäger (Karlsruhe), Iris Flexer (Kusterdingen Jetenburg), Martina Geist (Stuttgart), Karin Huth (Mainz) und OMI Riesterer (Karlsruhe).

    Andrea Behn

    Die Malereien von Andrea Behn sind Arbeiten auf Papier, die in einem – vordergründig betrachtet – nur handwerklichen Akt auf eine Leinwand aufgezogen werden. Die Acrylfarben sind in unterschiedlichen feinen Lasuren aufgetragen, die einander in gleicher Weise verdecken wie sichtbar machen und akzentuieren, endlich oszillieren zwischen Setzungen und Zurücknahme: Strukturen und Farben im Wechselspiel mit dem Licht. Dabei entsteht dieses All Over auf der Bildfläche nicht allein durch den Auftrag von Farbe mit dem Pinsel. Eine Vielzahl von Malmitteln wird eingesetzt, um Farben aufzubringen,und eine ebensolche Vielzahl von Mitteln wird verwendet, um Farben wieder zu entfernen: Eine 
    Art Selbstvergewisserung, quasi eine Farb-Archäologie, die die tieferen Schichten wieder sichtbar oder doch erahnbar macht, nicht als konturierte Form, aber doch als existent.
    Und so erhalten zufällige und beabsichtigte Spuren des Malprozesses die gleiche malerische Gültigkeit; das Nicht-Gewollte erweist sich doch als beabsichtigt und wird mit
    dem Gewollten in den gleichen Rang gesetzt. Es wird ebenso viel gesagt wie verborgen und die “archäologische” Lust wird im Betrachter geweckt, nicht irgendeinen, sondern den
    Zwischenton zu entdecken,der das gesamte Bild in Schwingungen versetzt.
    Ulfried Weingarten (Auszug)

    Iris Flexer

    Der Werkstoff Papier kennzeichnet die plastischen sowie die zweidimensionalen grafischen Arbeiten von Iris Flexer. Meist trägt er Gebrauchsspuren des Alltags, von Kultur und Geschichte: Zeitungsartikel, Bücher, handgeschriebene Briefe, Zeichnungen, Fotokopien, Verpackungen wie Bäckertüten und vieles mehr werden von der Künstlerin bearbeitet.
    Sie schneidet, reißt, klebt, näht, faltet, färbt sie, fügt Teile zusammen, dass sie wirken wie eine zweite Haut: schützend ummantelnd, halb durchsichtig, Texte, Linien oder Farbe enthüllend und bedeckend zugleich.
    So entstehen Objekte ähnlich mineralischen und pflanzlichen Wesen, die hängen, sich leise bewegen, den Raum durchbrechen und neu erleben lassen: Blühendes oder Hängendes heissen beispielsweise die Titel zweier Arbeiten.
    Bei den Grafiken werden Einzelteile auf grundiertem Pack- oder Zeichenpapier zu überraschenden Kompositionen geschichtet: Sie fügen sich in eine geometrische Ordnung, die sich aber lebendig und voll persönlicher Ausdruckskraft zeigt.

    Karin Huth

    Karin Huth gelingt es mit malerischen Mitteln “Farbräume” zu erstellen. Sie legt die Konzentration direkt auf die Farbe. Farbqualität, Farbsättigung und Kontraste setzen Farbenergien frei, die Freiraum bieten für die eigene Phantasie und Interpretation der ausgelösten Emotionen. Die beigegebenen Titel geben nur Hinweise, wollen keineswegs einengen, oder gar festlegen.


    Martina Geist

    Wenn wir Martina Geists jüngste Werke unter dem Titel Zeitlupe zusammenfassen, dann lenkt dies das Augenmerk auf die künstlerische Gestalt von Bewegung, auf die Darstellung von Raum und Zeit. Martina Geists Holzschnitte stellen nach wie vor Stillleben dar, wir erkennen Stühle und Tische, Früchte und Gläser, das klassische Motivrepertoire. Aber die Dinge wie der Raum sind in Bewegung begriffen: das Glas fällt um und Wasser ergießt sich über die Fläche des Tisches, der sich im Bildformat und darüber hinaus ausdehnt und in dieser Bewegung in kubistischer Manier mehrere Ansichten, Perspektiven in Anspruch nimmt. Die Stühle schweben im Raum, nichts liegt einfach nur da, wie es sich für ein konventionelles Stillleben gehört. Die Geschwindigkeiten sind nicht nur in den in Bewegung begriffenen Dingen zu spüren, sondern sie lassen sich auch in den Linien und Formen erfahren, die den Bildraum ausmachen. Mit Nachdruck komponiert Martina Geist ihre Kompositionen als dynamische Gefüge. Aufgrund der Abstraktion ihrer Darstellungen konzentrieren sich in den Formen, in den Linien, in der spannungsvollen bildräumlichen Kommunikation der Bildelemente die Bewegungsmomente des Kippens, des Fließens, der Dehnung oder Verdichtung, die wie in extremer Zeitlupe verharren. In Reihen erschließt sich die Künstlerin die Bewegung ihrer Motive wie ihrer bildnerischen Mittel. In den Variationen desselben Motivs hält sie die Bewegungen und mithin das Thema der Geschwindigkeiten fest.

    Die Holztafeln, von denen es in der Regel nur einen Druck gibt, behaupten ihre Eigenständigkeit und Bedeutung als farbig gefasstes Relief. Der Holzschnitt wird zum zur Skulptur tendierenden Tafelbild. Immer wieder unterstreichen dies mehrteilige, großformatige Arbeiten. …

    Martina Geist ist weiter unterwegs, die bildnerischen Möglichkeiten des Holzschnitts zu entwickeln und sich eine Bildwirklichkeit zu erschließen, die in den Ausschnitten andeutet, welchen weit gedachten und dynamischen Raum sie für die Wahrnehmung zu eröffnen sucht.

    Aus: Werner Meyer, in: Martina Geist – Zeitlupe. Freiburg 2014, S. 5.

    Barbara Jäger

    Einige Gedanken zu meiner Arbeit
    Malerei
    Meine Bilder leben von der Farbe. Anregend sind für mich die Weite von Landschaften oder das Nahe aus der Natur wie der Blick auf ein Gartenstück oder ein Ackerrain. Diese Naturbilder erzeugen in mir Stimmungen, die ich mit Farben ausdrücke. Florale Formen werden Thema des Bildes. Das Bild wird zum Stillleben. Die Komposition wird durch ruhige Farbflächen, sanfte Farbübergänge, Hell-Dunkel-Kontraste, Bewegungsabläufe mit Linien und Formen aufgebaut. Farbe und Linien schichten sich zu Farbräumen.

    Plastiken
    Bei den plastischen Arbeiten übersetze ich meine Bilderwelt in dreidimensionale Objekte. Florale Formen sind über geometrischen Körpern gezeichnet und ausgeschnitten. Es entstehen gefasste Räume mit einem Spiel von innen und außen, von Licht und Schatten, von Schichtung und Überlagerung. Unterschiedliche Farbebenen verstärken diese Wirkung. Die Figuren leben von spannungsreichen Durchdringungen, von Überschneidungen und Durchblicken. 
    Barbara Jäger, 2014

    OMI Riesterer

    Konstruktive Strukturen
    Ich beschäftige mich mit konstruktiven Plastiken. Es sind meine gebauten Architekturen. Durch Addition von Elementen mit gleichen Querschnitten und gleichen Abständen entstehen einfache geometrische Strukturen, die durch Schrägschnitte in neue Ordnungen gebracht werden.
    Quadratische Profile werden kreuzförmig mit gleichmäßig stetigem Rhythmus von gefüllten und ungefüllten Volumen übereinander gelegt. Sie bilden einen Körper. Das schräge Anschneiden der Raumstruktur dieses Körpers erzeugt in neuer Konsequenz neue Außenflächen eines neuen Körpers. Schmälere und schräg verlaufende Abschnitte ergeben weitere Architekturformen wie Fenster und Wände. Durch Additionen von Elementen entstehen Türme, Säulen und Würfel.
    Die Plastiken sind aus Holz oder in Bronze, Stahl und Aluminium gegossen. Sie sind nach dem Verfahren der verlorenen Form hergestellt, das heißt: es sind alles Unikate.
    Ich finde es spannend aufzuzeigen, dass durch die unterschiedliche Bearbeitung der Oberflächen, die besonderen molekularen Strukturen der Materialien betont werden. Jedes Material hat seine eigene Aura. Die Symphonie meiner Arbeit ergibt sich aus den Schnittpunkten von Architektur, Handwerk und Kunst. 
    OMI Riesterer, 2014

    Öffnungszeiten:
    Sa. von 15.00 bis 18.00 Uhr
    So. von 14.00 bis 18.00 Uhr